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Neben dem Phoenix ist auch der Olsenofen als »fastfire-kiln« konzipiert. Und wird (in Mecklenburg natürlich nicht, da dauert ja alles etwas länger…) recht häufig auch so verwendet. Douglas Phillips beschreibt im Log Book (issue 7/2001) dass er seinen ersten nach Olsens Prinzip gebauten Ofen zweimal am Tag auf Kegel 10 gebrannt hat. Kevin Grealy erzählt folgende Anekdote: In seinem Buch über Ofenbau schreibt Fred Olsen über einen Brand, den er gemeisam mit Les Blakebrough irgendwo auf einer Meile Höhe in Colorado machte. In 1 3/4 Stunden auf 1280°C. Das erschien Kevin suspekt, und er fragte bei Les nach. »Das stimmt nicht ganz. Von den 1 3/4 Stunden musst Du eine halbe Stunde für die Haltezeit abziehen«. Dann verriet er das Geheimnis: Sie heizten mit trockenen Dachlatten, die von willigen Helfern auf den Durchmesser chinesischer Essstäbchen zurechtgespalten worden waren. Pausenloses Auflegen, aber immer nur in einer Feuerung zur gleichen Zeit.

Auch wenn Susanne Lukacs-Ringel’s Ofen nicht in Mecklenburg steht, so schnell wird es auch in Schwaben nicht gehen. Und das Seminar soll ja nicht in Hektik und Arbeit ausarten, sondern richtig viel Spaß machen und noch ein wenig Zeit für die schöne Landschaft ringsum lassen.

Ergänzend zur Seminarbeschreibung auf der Web-Seite des Kalkspatzen hier noch einige Anmerkungen. Susannes Ofen besteht eigentlich aus zwei Öfen, die zusammen einen Ofen mit zwei Brennkammern bilden. Die zweite Kammer, besagter Olsenofen, lässt sich auch separat brennen, was wir ausschließlich tun wollen. Damit ist die Voraussetzung für ein ungewöhnliches Seminar-Konzept geschaffen: Das Drehen, Glasieren und Holz-Brennen in mehreren Durchgängen aber in einem (Seminar-) Stück. Herumprobieren mit verschiedenen Massen, Engoben, Brennweisen; das Ergebnis nur etwas mehr als einen Tag später in den Händen halten und darauf aufbauend gleich die nächsten Versuche machen. Also Erfahrungen sammeln. Und die sind für einen Holzbrenner fast ebenso wichtig wie ein »guter Ofen«.

Auch für mich ist es immer wieder ein besonderes Erlebnis, einen »fremden« Ofen zu heizen, zu erleben, worauf er wie reagiert, den Fuchs zu sehen, zu riechen, wie der Ofen atmet.

Einen der Gründe für uns, dieses Seminar zu veranstalten, beschreibt Susanne so: »Es ist noch nicht so lange her, da suchte ich selbst nach einer Möglichkeit, einmal einen Holzofenbrand mitzuerleben, und da sich dieses, anders als in Markus’ Gegend, bei uns im Schwabenland nur schwer realisieren ließ, bin ich nun sehr froh und dankbar darüber, mit einem eigenen holzbefeuerten Ofen arbeiten zu können. Für mich ist jeder Brand eine neue Herausforderung, ein neues Erleben, es ist wie ein Eintauchen in eine andere Welt…Vielleicht eine längst vergessene Welt. Das ständige Holznachlegen, die Flammen, die Glut, das Rauschen des Ofens, die Ruhe in der Nacht, all das hinterlässt tiefe Eindrücke. Wer einmal Feuer gefangen hat den lässt es nie mehr los. Und so freue ich mich auf die Brände mit Euch beim Seminar…

Wir werden auf jeden Fall dafür sorgen, dass es eine schöne Zeit wird, für die Teilnehmer und auch für uns selbst.«

Der Plan ist, den Ofen am Mittwoch (30.8.) mit einem Teil der mitgebrachten Arbeiten zu bestücken und zu brennen. Während des Abkühlens oder auch sonst kann gedreht werden. Hierbei werde ich den Schwerpunkt auf die Ergonomie, die Optimierung der Griffe und die Formgebung legen. Drehen ist eigentlich keine Quälerei, auch bei größeren Stücken nicht. Damit zumindest ein Teil der vor Ort gedrehten Sachen auch noch gebrannt werden kann, wollen wir die erste Kammer des Ofens im Falle von schlechtem Wetter als Trockenkammer missbrauchen.

Wir werden versuchen, die unvergessliche Atmosphäre des Ofenbauseminars mit Fred Olsen wiederaufleben zu lassen. Dazu gehört natürlich auch das abendliche Lagerfeuer und die Rundum-Versorgung mit Essen. (Kommentar von Susanne: mit GUTEM Essen)

Dabei haben wir nichts unversucht gelassen, die Seminarpreise in einem volkstümlichen Bereich zu halten. Die Firma Witgert hat sich bereit erklärt, für das Seminar eine Tonne Ton zu sponsern, für diese Masse müssen Sie dann nur noch die (dem eigenen Verbrauch entsprechenden) Transportkosten bezahlen. Witgert beabsichtigt eine oder mehrere Massen speziell für den Holzbrand zu entwickeln. Vielleicht werden also deutsche Holzbrenner zukünftig ihren Ton nicht mehr in Frankreich einkaufen (müssen)…? Es werden aber auch noch weitere keramische Massen zur Verfügung stehen. Die Abrechnung des Tons nach individuellem Verbrauch und vor Ort scheint hierbei die bessere Lösung im Vergleich zum pauschalen Umlegen auf die Seminarkosten zu sein.


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Ute Böhm
Markus Böhm
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